Neurodermitis — medizinisch atopische Dermatitis — ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Trockene, juckende Haut, entzündliche Rötungen und ein gestörter Schlaf belasten die Lebensqualität erheblich.
Die Säulen der Basistherapie
Die wichtigste Maßnahme bei Neurodermitis ist eine konsequente, tägliche Basispflege — auch außerhalb akuter Schübe. Ziel ist es, den transepidermalen Wasserverlust zu reduzieren und die Hautbarriere zu stabilisieren.
Pflegeprodukte richtig wählen: Rückfettende Produkte ohne Duftstoffe und ohne Konservierungsmittel auf Basis von Harnstoff (Urea) oder Glycerin eignen sich besonders. Bei stark gereizter Haut können Urea-haltige Cremes brennen — hier empfehle ich zunächst reine Fettcremes.
Wie oft eincremen? Mindestens zweimal täglich — morgens und abends. Nach dem Duschen oder Baden sollte die Pflege innerhalb von drei Minuten auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen werden.
Bekannte Triggerfaktoren
Die Auslöser variieren von Person zu Person. Häufig berichten Betroffene über:
- Synthetische Stoffe und grobe Wolle direkt auf der Haut
- Bestimmte Lebensmittel (individuell verschieden — keine Pauschalverbote ohne Abklärung)
- Stress und psychische Belastung
- Klimatische Extreme: Kälte, trockene Heizungsluft, übermäßiges Schwitzen
- Hauttrocknende Reinigungsmittel und zu heißes Duschwasser
- Hausstaub und Tierhaare
Ein Symptomtagebuch kann helfen, persönliche Trigger zu identifizieren.
Akuter Schub: Was tun?
In einem akuten Schub kommen topische Kortikosteroide oder Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Tacrolimus) zum Einsatz. Diese sollten konsequent nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Eine häufige Sorge von Patienten betrifft die Kortison-Angst: Kurzfristig und korrekt eingesetzt sind moderne topische Kortikosteroide sicher und effektiv.
Moderne Systemtherapien
Bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, die auf topische Therapien nicht ausreichend anspricht, stehen heute sehr effektive Systemtherapien zur Verfügung:
- Biologika wie Dupilumab blockieren gezielt die an der Entzündung beteiligten Botenstoffe (IL-4/IL-13-Signalweg)
- JAK-Inhibitoren (z. B. Baricitinib, Upadacitinib) zeigen ebenfalls sehr gute Ergebnisse
Diese Therapien werden in unserer Praxis individuell und nach aktuellem Leitlinienstand eingesetzt. Sprechen Sie uns an — wir beraten Sie gerne über die für Sie geeignete Behandlungsoption.
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