Prävention

Sonnenschutz richtig anwenden: Was Sie diesen Sommer wissen sollten

Dr. med. Konstantin Ertner
Sonnenschutz UV-Schutz Hautkrebs-Vorsorge Sommer
Sonnenschutzcreme wird aufgetragen — UV-Schutz für die Haut
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Sonnenschutz ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Hautkrebs — und wird dennoch häufig falsch angewendet. In meiner täglichen Praxis erlebe ich, dass selbst informierte Patientinnen und Patienten Unsicherheiten beim Thema Lichtschutzfaktor (LSF) haben.

Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?

Für den mitteleuropäischen Alltag empfehle ich grundsätzlich einen Lichtschutzfaktor von mindestens LSF 30. Für Personen mit heller Haut (Hauttyp I und II), Kinder sowie für Aufenthalte am Wasser oder in alpinen Lagen gilt: LSF 50+ ist Pflicht.

Der LSF beschreibt, wie viel länger Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren — im Vergleich zu ungeschützter Haut. Bei einem Eigenschutz von 10 Minuten und LSF 30 ergibt sich theoretisch eine Schutzzeit von 300 Minuten. Entscheidend ist jedoch: Diese Rechnung setzt voraus, dass ausreichend Sonnenschutzmittel aufgetragen wird.

Die häufigsten Anwendungsfehler

Zu wenig auftragen. Die meisten Menschen verwenden nur ein Drittel der notwendigen Menge. Die Faustregel: Für den gesamten Körper eines Erwachsenen werden etwa 36 Milliliter — zwei gehäufte Esslöffel — benötigt.

Zu spät auftragen. Chemische Filter brauchen etwa 20 bis 30 Minuten, um ihre Wirksamkeit zu entfalten. Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) sind sofort wirksam.

Nicht nachcremen. Schwitzen, Wasser und Abreiben reduzieren den Schutz erheblich. Cremen Sie alle zwei Stunden nach — auch bei Wolken.

UV-Strahlung und Hautkrebs: ein klarer Zusammenhang

Kumulative UV-Belastung über Jahrzehnte ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für hellen Hautkrebs (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom). Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Melanomrisiko signifikant.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Hautveränderung abgeklärt werden sollte, vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis. Das Hautkrebsscreening ist für Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenfrei.

Empfehlungen für die Praxis

  • LSF 30 für alltäglichen Schutz im Frühjahr und Sommer
  • LSF 50+ für Kinder, Risikogruppen und Urlaub
  • Großzügig und gleichmäßig auftragen, keine Stellen auslassen
  • 20 Minuten vor Sonnenexposition eincremen
  • Alle zwei Stunden nachcremen

Sonnenschutz schützt nicht nur vor Krebs — er ist auch die wirksamste Anti-Aging-Maßnahme, die die Dermatologie kennt.

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